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Maddin.com » Blog » Veganes Bullshit-Bingo: Wie ich 33 Jahre auf dem Schlauch stand
Hinweis: Bild ist KI-generiert

Veganes Bullshit-Bingo: Wie ich 33 Jahre auf dem Schlauch stand

8. Oktober 202521. Oktober 2025

Ich bin früher ja wirklich nie Gefahr gelaufen, einmal zu dieser sonderbaren Gruppierung der Veganer zu gehören. Nicht, dass ich sie verachtet hätte. Oder mich über sie lustig gemacht. Ich konnte sie einfach nie verstehen. Und letzten Endes ist das sogar falsch: Denn als ich selbst vegan wurde, konnte ich Vegetarier nicht nachvollziehen. Von Veganismus hatte ich keinen blassen Schimmer.

Fleisch mit Beilage

Zu meinem 27. Geburtstag oder so haben mir meine nicht-veganen und fleischfressenden Freunde einmal ein (verdammt tolles!) vegetarisches Kochbuch geschenkt. Nicht als Gag oder um mich zu ärgern, sondern weil sie der Meinung waren, dass ich ruhig mal ein bisschen Gemüse in diesen „Adonis-Körper“ pumpen sollte (das ist ein wörtliches Zitat! Zwar weder von meinen Freunden noch bezogen auf mich, aber wen kümmern schon Details).

Als Zwischending von Arbeiter-, Akademiker- und Ruhrpottkind bin ich einfach mit Fleisch aufgewachsen. Das wurde nie besonders dogmatisch vorgelebt, kein „ein echter Mann muss Fleisch essen“-Blödsinn, aber der Fleischkonsum wurde auch nie in Frage gestellt. Er gehörte dazu. Man hat halt im Normalfall „Fleisch mit Beilage“ gegessen. Aber nervige Fliegen tötet man nicht, weil jedes Leben kostbar ist. Welch Ironie.

„Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“

Hinzukommt, dass ich auch wirklich keiner Familie entstamme, in der viel gekocht oder kulinarisch experimentiert worden wäre. Einziger exotischer Anstrich war vielleicht unser Geburtstagsessen: Seetang mit Reis und Rettich. Von Haus aus übrigens schon immer vegan.

Da war ich dann also Mitte 20, mittlerweile zwar räumlich weit weg von der Familie, aber ein wahrer Kostverächter, ein was-der-Bauer-nicht-kennt-frisst-er-nicht-Prototyp vor dem Herrn. Lieblingsspeise Currywurst mit Pommes und Mayo. Döner am liebsten ohne Salat. Gebratene Nudeln ohne Gemüse. Fleisch war mein Gemüse. „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“ (finde ich zumindest rein sprachlich immer noch witzig). Klischee pur. Aber peu à peu habe ich dann angefangen, mich selbst zu hinterfragen. Oder besser: die Lebensmittelindustrie. Denn irgendwann wurde mir bewusst, dass das, was wir da mitzuverantworten haben, einfach nicht richtig ist. Fleisch wird nicht „produziert“, Tiere werden dafür nach einem scheiß Leben ermordet.

Bio – und trotzdem tot

Also begann ich zu der Zeit, Biofleisch zu kaufen. Wenn schon Fleisch, dann bitte das gute. Das, bei dem ich für ein besseres Gewissen etwas mehr zahlen muss. Absolution inklusive. Das hielt dann gar nicht mal so lange. Denn die nächste Erkenntnis kam wie im Flug: Ob Bio oder konventionell, am Ende werden Tiere getötet, also – und ich komme mir bei der Schlussfolgerung selbst jetzt nach 15 Jahren dumm wie ein verfaultes Stück Toastbrot vor – kann ich mir auch die Extrakosten sparen.

Auf die Idee, KEIN Fleisch mehr zu essen, kam ich partout nicht. Wie soll das denn auch gehen? Dann kann man ja gar nichts mehr essen. Ich hatte ja auch Tofu ausprobiert (schmeckte wie Presspappe), denn wenn man kein Fleisch isst, isst man bekanntlich Tofu. Das stimmt zwar tatsächlich auch bedingt, funktioniert in dieser Kausalität aber natürlich nicht. All das ist wirklich Bullshit-Bingo vom Feinsten gewesen.

Mein Garten Eden

Zum echten Change kam es dann erst dank Eden. Ich habe sie kennen und lieben gelernt, und sie konnte auch ganz wunderbar kochen. Vegan war aber noch kein Thema. Das änderte sich ein halbes Jahr später, als wir binnen weniger Wochen drei Schlaganfälle im Familien- und Bekanntenkreis hatten. Alle erst Mitte/Ende 40, alle keine Raucher, alle keine Trinker. Keine klassische Risikogruppe. Eden hat sich dann mit der Thematik auseinandergesetzt und festgestellt, dass Ernährung und allen voran der Konsum tierischer Produkte eine große Rolle spielt.

Sie hatte dann langsam erste Schritte in diesem riesigen Feld der veganen Ernährung unternommen. Ich konnte es mir beim besten Wissen noch nicht vorstellen. Das änderte sich erst allmählich, unter anderem durch ein mir untergejubeltes veganes Schnitzel. Überraschung: Ich habe kaum einen Unterschied festgestellt. Wenn sie mir vorher verraten hätte, dass es vegan ist, hätte ich vielleicht probiert. Aber ich bin sicher, es hätte „komisch“ geschmeckt.

Veganer Hype zur passenden Zeit

Sie kam ursprünglich aus der Gesundheitsecke, bei mir hat’s an anderer Stelle klick gemacht: der Umgang mit den Tieren. Erst zu diesem Zeitpunkt ist mir so richtig bewusst geworden, dass „kein Fleisch“ nicht nur eine Option ist, sondern für mich tatsächlich vollkommen alternativlos.

Letzten Endes haben wir dann zusammen in das Thema gefunden und viele neue Produkte ausprobiert. Vegan war da glücklicherweise bereits Hype-Thema. Rein vegane Restaurants haben es mir leicht gemacht, nicht das Gefühl zu haben, auf irgend etwas zu verzichten. Der Markt hat seitdem Veganer als eigene Zielgruppe entdeckt und bietet ständig etwas Neues. Mein Wechsel vom Honk zum Vollblutveganer ging dann innerhalb weniger Wochen vonstatten. Und wir haben vor über acht Jahren mit Toastenstein sogar einen eigenen veganen Food Blog ins Leben gerufen, der zeigt, wie vielseitig und einfach vegane Küche sein kann.

Der Snickers-Moment

Schwach geworden bin ich in zehn Jahren – mit einer Ausnahme – nie. Selbst nach drölfzig Bier komme ich nicht auf die Idee, mir den früher heißgeliebten Hähnchendöner zu holen. Im Stadion gibt’s Pommes oder nichts. Alles kein Problem. Nur einmal habe ich seitdem ein nicht-veganes Produkt gegessen. Ich mochte früher Snickers und vor allem das Snickers-Eis total gerne und liebe seit jeher weiße Schokolade. Und als dann im Firmenkühlschrank das weiße Snickers-Eis lag, das ich bereits Monate vorher im Supermarkt entdeckt hatte, dem ich hinterher geschmachtet habe… da habe ich zugegriffen. Ich musste es probieren, um diesen kognitiven Juckreiz loszuwerden.

Was soll ich sagen? Ganz ehrlich: Es hat gut geschmeckt. Das war’s. Der Juckreiz war weg. Es war eine bewusste Entscheidung, das Eis zu essen, und ebenso war es dann eine bewusste Entscheidung, es nicht mehr zu tun. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen, weil ich es probiert habe.

Kein Entwicklungsverbot

Diese eine Ausnahme von der Regel war einfach nötig, um in Zukunft nicht wieder in Versuchung zu geraten. Der Gedanke bei vielen neuen spannenden nicht-veganen Produkten ist seither nicht mehr: „Das MUSS ich ausprobieren!“, sondern ganz nüchtern: „Jo, wenn se das mal früher rausgebracht hätten, hätte ich es wohl gekauft.“

Eine Freundin meiner Liebsten sagt immer: „Der Mensch hat kein Entwicklungsverbot.“ Auch wenn es spät war, mit 33 Jahren auf den veganen Zug aufzuspringen, dieser Schritt war überfällig und richtig. Ohne jetzt alles diesem Vegan-Thema unterzuordnen, in einer Dauertour zu missionieren und mich in jeder Hinsicht zu optimieren. Das macht mich nicht happy, und auch niemanden sonst. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, manchmal tun es auch Babysteps. Aber dass es möglich ist, zeigt wahrscheinlich kein Werdegang besser als meiner. Vom Allesfresser zum Veganer und Tofu-Fan in 33 Jahren – kein Rekord, aber trotzdem noch ins Ziel gekommen.

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Maddin ist Blogger aus OWL, schreibt über Spiele, Filme, Serien, Tattoos und den ganz normalen Alltagswahnsinn. Schwarz, vegan, linksgrünversifft – echt 100 % Maddin.

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